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Leserbrief Heinz Müller (Trier-Zewen), Volksfreund 05.04.2017

„Nein zum Moselaufstieg, ja zur Brücke!“

 

Zu Berichten über das Verkehrsprojekt Moselaufstieg (Direktverbindung zwischen dem Moseltal bei Trier/Igel und der A 64):

 

Es ist schon verwunderlich, dass der tot geglaubte Moselaufstieg (MA) versucht, aus seiner Asche (gerichtliche Aufhebung des Plan-Feststellungsbeschlusses durch das Oberverwaltungsgericht) "aufzusteigen".

Nein zur ökologischen Katastrophe: Rodung von 25 000 Quadratmeter Waldfläche und Unterbrechung der Frischluftzufuhr negativen Auswirkungen auf das Stadtklima und die Gesundheit der Bewohner im Talkessel.

Nein zum (unrealistischen!) Nutzen-Kosten-Verhältnis: Die unerklärliche Hochstufung in der Bewertung von 1,3 in 2003 zu 11,05 in 2016 hat den MA in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes eingebracht. Der Trierer Stadtrat hat 1995 die Ortsumgehung Zewen als notwendig für die Realisierung des MA darstellt. Diese Ortsumgehung scheint vergessen.

 

Die Kosten für den MA von 60 Millionen Euro sind schöngerechnet. Der Aufstieg wird erheblich teurer. Der MA entlastet nicht Zewen, Igel und die Stadt Trier. Es gäbe eine zusätzliche Belastung auch für Trier-Herresthal und Trierweiler-Fusenig. Bedürfnisse der Luxemburg-Pendler aus dem Konz-Saarburger Raum finden keine Berücksichtigung. Es fehlt eine statistisch seriös belegte Verkehrsentlastung. Der Güter- und der Berufsverkehr zum Industriegebiet in Euren aus Richtung A 602 wird nach wie vor die kurze Strecke durch die Stadt Trier wählen.

Ja zur Brücke bei Temmels über den Hafen Mertert in Luxemburg, mit Direktanbindung an die Autobahn 1 in Luxemburg. Dies wird von Luxemburg für sinnvoll gehalten und unterstützt. Warum wollen unsere Politiker diese ökologisch und absolut günstigste Alternative nicht in ihre Planung aufnehmen?

 

Die deutsche Seite lehnt die Brücke trotz Luxemburger Kostenbeteiligung ab. Wie leichtfertig und scheinbar verantwortungslos können Politiker unser Steuergeld ausgeben?

Eine Lobby versucht den MA mit allen noch so unsinnigen und irrationalen Argumenten durchzuwinken. Ein Schelm, der hierbei Böses denkt. Wo ist ein Kontrollorgan, das unsere Politiker mit erhobenem Zeigefinger bei Verschwendung unserer Steuern maßregelt?

 

Heinz Müller

Trier-Zewen